Freitag, 13. Januar 2012

Geld

Mir ist so, als wäre es Herbert Achternbusch gewesen, der mal sagte, das schöne Gefühl, viel Geld zu haben, wäre nicht so intensiv wie das Scheißgefühl, kein Geld zu haben. Zumindest sinngemäß. Und vielleicht wars jemand anders, aber wer auch immer: Stimmen tut das ja vermutlich. (Ich kann da nur vermutungsweise drüber sprechen, ersteres Gefühl kenn ich nicht so sehr.)

Für alle, die das mit dem besagten gefühlten Unterschied mal testen möchten und deshalb ihr monetäres Heil in Aktienanlagen und dergl. suchen, hat die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (FAZ) grade einen ganz besonders heißen Tip: Wenn schon anlegen, schlägt man dort vor, dann am besten da, wo auch möglichst viel Rendite bei rausspringt!



Guter Gedanke ja eigentlich, scheint mir. Nicht zuletzt auch die Präzisierung dieses Ratschlags im Text:



Wieso nur ist da vorher noch niemand drauf gekommen?!

Dienstag, 10. Januar 2012

Nur-mal-so-Gedanken, Folge 9

Auch das sollte man wohl nie vergessen: »Brautkleid bleibt Breitklaut und Braukraut breibt Bautkeit!«

Was würde wohl Beckenbauer grad über den Bundespräsidenten sagen, wenn er einen Werbespruch draus machen müsste? Mag sein, vielleicht: »Ja, ssammer denn in Itáljin?!«

Echte Grillprofis wollen ihre Holzkohle beim Anheizen am liebsten gerüttelt, nicht geschürt.

Beim Thema »Kanonenfutter« heißt es, ganz im Gegensatz zu Rettungsmaßnahmen bei Schiffsuntergängen und dergl., nie: »Frauen und Kinder zuerst!« -- Das ist doch sexistische und altersmäßige Diskriminierung in Reinkultur! Oder?!

Baptisten? -- Alle einfach nur nicht lange genug unter Wasser gehalten worden!

Masturbation: Die Tütensuppe auf der Menükarte der körperlichen Liebesgenüsse.

Wie heißen diese Leute noch? Hansi Eisenhintern? Florian Silberseher? -- Irgendwie so, ich kann mir die Namen der modernen Popstars einfach nicht mehr merken. Dabei komm ich ja aber altersmäßig so langsam in deren Zielgruppe!

Apropos Zielgruppe: Die momentane Zielgruppe von Hansi Eisenhintern und Florian Silberseher zwischen 51 und 99 ist doch mit so Sachen wie Swing, Jazz und (zumindest) den Anfängen von Rock ’n’ Roll als prägendes Musikerlebnis aufgewachsen. Wie kann es dann sein, dass diese Leute auf derartiges Zeug so abfahren?

Nochmal apropos: Wenn Männer über die Frauen herziehen, heißt das »sexistisch«. Wenn Frauen über die (insbesondere ihre eigenen) Männer herziehen, dann heißt das »emanzipiert«. Gerecht kann man das doch wohl nicht ernstlich finden.

Dienstag, 8. November 2011

Endlich enthüllt! - Was macht eigentlich ...

... Axel, der Urururgroßvater von Käpt'n James T. Kirk von der »Enterprise«?

Er arbeitet als Subunternehmer von Planetenkonstrukteur Slartibartfast1:




1Und wenn mir jetzt noch wer enthüllen könnte, warum Slartibartfast in der deutschen Übersetzung des »Anhalters« zu Slartibartfaß werden musste, wäre ich dankbar!

Mittwoch, 14. September 2011

Göttingen macht ernst!

Wir erinnern uns kurz ans vorige ...

Einerseits hat die FDP im grad vorbei gegangenen Wahlkampf mit der Forderung nach Legalisierung und Befürwortung der Kinderarbeit um Wählerstimmen gebuhlt:



Zweitens fand ihre Schwesterorganisation, die »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft«, ja sowieso immer schon, dass endlich Schluss sein muss mit der Verhätschelung faul auf der Bärenhaut liegender Säuglinge, wobei ihnen aber dann doch Vergünstigungen bei entsprechender Anstrengung in Aussicht gestellt wurden, und das muss man diesen Initiative-Hanseln ja lassen, »sozial« klingt das wirklich beinahe:



Soweit bekannt und alter Hut.


Folgt also jetzt die Neuigkeit:

Die Zeichen der Zeit erkannt habend, reiht sich die jobvermittelnde »Optionskommune« Göttingen nahtlos in diese grad modern werdende Tendenz ein, wie das »Göttinger Tageblatt« berichtet, und beordert die ersten Säuglinge der Geburtsjahrskohorte 2010 zur längst fälligen nächsten »Qualifizierungsmaßnahme« in die maßregelnden Amtsstuben:



Wir gehen offenbar wirklich harten Zeiten entgegen. Schäuble denkt mittlerweile an die Rente mit 69, anderwärts wurden auch schon Weltkriegs-Verstorbene oder (ebenfalls tote) Dackel zu GEZ-Nachzahlungen für die letzten 60 oder so Jahre herangezogen ... Wo soll das alles enden?!

Oder anders gesagt: Kein Wunder, dass so gut wie alle unsere Innenminister in Bund und Ländern immer derartige Angst vorm COMPUTER haben! Gar »Internet« und all dieser sonstige neuartige Kram, der vor 20-30 Jahren in Umlauf kam, was damit immer alles so passieren kann, bevor sie alle anfangen können, sich damit auch nur ansatzweise zu beschäftigen und/oder auszukennen ...

Wenn das jetzt thematisch nicht quasi kontraproduktiv wäre, würde ich dazu sagen wollen, dass sie doch einfach mal ihre Kinder dafür anstellen sollen, ihnen auf die diesbezüglichen Sprünge zu helfen. -- Ménnoaberauchnochmalnee, was ist das alles diffizil in der modernen Welt!

Dienstag, 6. September 2011

Da kräuselt sich doch ...

... die Denkerstirn. Ja, ungefähr so wie hier im Buchladenregal:



Hut ab zunächst schon mal vor dem Einfallsreichtum der Buchtitelgestalter! Man hat die Zeichen der Zeit also wieder mal erkannt: Wer den Zeigefinger an die Stirn hält, macht damit momentan sicherlich nicht viel falsch in Sachen Kommentar zur Weltlage.

Aber das wusste ja schon Obelix.


Also weiter zur Illustration dieser These:

Nicht nur ist Jörg Pilawa laut »Stern online« nicht nur schwanger, sondern das auch noch zum wiederholten Male! (Wieso nur sind mir seine bisherigen Schwangerschaften bisher so nachdrücklich entgangen? Vielleicht wohl, weil mich dieser Mann in etwa so brennend interessiert wie die Furunkel am Hintern von Hartmut Mehdorn?)



Nein, auch hält die »Bild« es für berichtenswert, dass die Kanzlerin sich mit jemandem trifft.



Zudem ist und ist und ist kein Ende mit der Bescheidung unserer Bürgerrechte durch die Staatslenkung, als wären »Vorratsdatenspeicherung« und andere dergl. verbrecherische Vorhaben im Namen sog. »Sicherheit« nicht genug:



Wahrscheinlich auch wieder mal aufgrund irgendwelcher »Terrorbedrohung«, von der die Innenminister immer so gerne schwärmen. Ich meinerseits würde meine Patientenrechte jedoch trotzdem lieber für mich behalten und sie nicht an die Regierung abtreten. So!


Und dann hat, ganz anderes Thema, Bottrop einen Stadtteil der



»Fortsetzung« heißt! Man möchte sich nicht vorstellen, was da wohl für Menschen leben. Wahrscheinlich lauter gentrifizierter Lifestyleschichtenabschaum, hm?

Irgendwie unschlagbar aber doch wieder die »Bild«, die im »Ratgeberteil« (!) des Online-Auftritts die Herkunft ihrer Redaktionsmitglieder (»wir«) von einem allgemein als Ungeziefer betrachteten Nagetier zum Thema macht.



Wie die sich diese Frage wohl beantwortet haben? »Ja, ja und abermals ja! Und wir sind stolz drauf!«? Denkbar wäre das ja aber immerhin.

Aber nein, doch nicht unschlagbar: Im aktuellen Kampf um Stimmen anlässlich der niedersächsischen Kommunalwahlen nächsten Sonntag outet sich die FDP endgültig und legt sich mit entschiedenem Eintreten für Kinderarbeit (in diesem Beispiel: auf Baustellen) ins Zeug.



So deutlich hat sich meines Wissens noch niemand derart weit vorgewagt, wenn es um die Entschlüsselung des Begriffs »Bildungspolitik« (hier: sog. »Frühförderung«) geht. Und auch der Slogan »Arbeit muss sich wieder lohnen!« kriegt hier endlich seine bildhafte Erklärung. -- Als hätte irgendwer sich je ernstlich gefragt, für wen sich, nach Ansicht der FDP, Arbeit lohnen soll, schon klar.

Andererseits liegt die FDP damit ja voll auf der Linie ihrer Schwesterorganisation »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft«, die schon früher im Jahr erklärt hatte, was diesbezüglich Sache ist.

Montag, 4. Juli 2011

BundesPARTEItags-Berichterstattung

Das schreiben und senden die andern:

Die in Orten wie Bottrop an Medienwesen regionaltypische WAZ zeigt ein Video. (JAVA und sowas sollte aktiviert sein, sonst sieht man wahrscheinlich nicht viel.)

Die Punktpunktpunkt WAZ schreibt auch einen Online-Artikel, allerdings unter eklatanter Verkennung (Verschleierung?) des tatsächlichen Orts und Zeitpunkts des Schuhewerfens.

Nebenbei bei der Gelegenheit: Da kann man mal sehen, wie (u.a.) Tageszeitungs-Journalisten so arbeiten. Die Autorin dieses Artikels war gar nicht da und hat ihr Textelein ganz offenbar nur »nach Aktenlage« (im journaillistischen Fachjargon: »kalt«) geschrieben. Ist zwar trotzdem fast »gelungen«, so von dem Deutsch her und sowas, ne?, aber schon die Schlagzeile ist eben einfach flashc! -- Naja, egal, sollnse machen, is ja schießlich Pressefreit. Und »tagesaktuelle« Berichterstattung ist eben wirklich ein hartes Geschäft bei 30-60 Cent Zeilenhonorar für »Freie«.

Der historische »Schuhwurf von Bottrop« (wo seit 48 -- oder 58!?, ich weiß es grad nicht mehr, was man uns erzählt hat -- Jahren die SPD quasi ununterbrochen »regiert«!, muss man sich auch erstmal vorstellen!) fand nämlich aber erst am Abend (da war auch der Video-Reporter schon nicht mehr dabei) und eben nicht am Bahnhof, sondern dann doch vor dem und gegen das Rathaus (nicht im Bild, weil in Gegenschussrichtung gelegen) statt, wie es bei SPON-SPAM richtiger dokumentiert ist.

Dass beim abendlichen Schuhewerfen aber nämlich außer dem Fotografen niemand ernstlich in Gefahr war, sieht man auf dem Foto im Bericht der PARTEI-Seite.

Außerdem aber: Naaaa? Findet Ihr mich auf den Fotos der letztgenannten Quellen? Naaaa?!

Sonntag, 3. Juli 2011

PARTEI, Die

Am 2. Juli fand sich ein gutes Hundert Herrschaften in mehr oder weniger grau-rot-blauer Uniformierung am Bahnhof Bottrop ein, um sich zum 3. Bundesparteitag der »Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative« (PARTEI) zu versammeln.

Zunächst scheinbar noch etwas unschlüssig (zum Vergrößern auf das Bild klicken), was das ganze wohl soll,


bekam man bald vom NRW-Landesvorsitzenden der PARTEI Dr. Mark Benecke (ca. 19. v.l.) einen ersten Hinweis auf die Dinge, die da folgen sollten, indem er schon mal eine Blickrichtung vorgab und hie und dort Fahnen anbrachte.


Auch die Nachwuchsorganisation der PARTEI war mit wehenden Fahnen zum PARTEI-Tag angereist, hier beispielsweise der schwarze Block, der rote stand grad leider etwas unvorteilhaft woanders.


Und da erscheint er auch schon! Der, auf den alle gewartet haben, der Bundesvorsitzendste und Gründer der PARTEI


Martin Sonneborn (Mitte), anscheinend noch etwas verhuscht von der langen Autofahrt. Kaum jedoch ist


Martin Sonneborn (2. v.l.) standhaft geworden in »äh – Dings«, wie er die Orte, die er besucht, gern liebevoll nennt, da beeilt sich Bundesgeschäftsführer Martin Keller (1. v.l.), seinen Chef (2. v.l.) willkommen zu heißen.


In der geschäftigen Unruhe, die diese Begrüßung mit sich bringt, wirken Martin Sonneborn (2. v.l.) und Vorstandsmitglied ohne besonderen Geschäftsbereich sowie Chefredakteur des PARTEI-Zentralorgans »Titanic« Leo Fischer (1. v.l.) zunächst wieder leicht verwackelt, doch bald kehrt erneut etwas Ruhe ein,


die Leo Fischer (1. v.l.) wohl noch schnell dazu nutzt, irgendwas zu organisieren, während der PARTEI-Bundesvorsitzende Martin Sonneborn (2. v.l.) sich bereit macht, vor das Parteivolk zu treten.

Mit einer Reminiszenz an den verehrten Robert Gernhardt bzw. dessen Popularisator Otto Waalkes (beide nicht im Bild) begrüßt Martin Sonneborn die blau-rot-graue Menge: »Ich muss doch sehr um Schuhe bitten!«


Eine Bitte, der sich kaum ein Parteimitglied in der immer mehr um sich greifenden Euphorie entziehen kann! Vor lauter Schuhen nicht zu sehen, weil sie voll dahinter stehen (v.l.n.r.): Martin Sonneborn, Dr. Mark Benecke sowie Thomas Hintner, PARTEI-Generalsekretär und »Senior Creative Director« bei der »Titanic«.


Hier dann aber doch (hinterste Reihe, v.l.n.r.: Martin Sonneborn, Dr. Mark Benecke, Thomas Hintner), und schon wieder stellt sich ein Eindruck ebenso geschäftiger wie wonnevoller Verhuschtheit ein, der einen zudem guten Eindruck von der ungeheuren Dynamik des Geschehens gibt.

So eingestimmt begab man sich zur Mittagspause: Speziell zu Ehren und zur Feier des 3. Bundesparteitags der PARTEI hatte sich ein in ganz Bottrop berühmter und seit offenbar langer Zeit


dort ansässiger Gyrosgrill es sich nicht nehmen lassen, gleich zwei exclusive Sondermenüs bereit- und feilzuhalten, einmal dies:



... und anderseits das:


Frisch gestärkt und mit dem Vornehmen, aus Solidarität mit dem verarmten Griechenland künftig nur noch griechische Produkte (Gyros, Souflaki, Bifteki, Retsina [»auch wenn der scheiße schmeckt!«] sowie für Vegetarier: Tzatziki) zu kaufen, ging es von dort, immer noch zu Fuß (!), auf der gefühlten Stadtumrundung Bottrops weiter zur ersten sinnstiftenden Aktion des Tages: einem Besuch bei der Niederlassung der Splitterpartei »FDP« mit anschließendem Schuhwurf auf die Geschäftsstelle.


»Sieh, da fliegt einer!« scheint die Geste halbunten halblinks zu sagen, und man kann ihr hierin nur beipflichten.

(Außerdem scheint das Gebäude dem kundigen Betrachter zu bestätigen, was einige vielleicht schon immer gedacht haben mögen: Weist die über dem Torbogen angebrachte Zahl diese obskure Vereinigung als verschwörerische Geheimorganisation aus?! Ein Blick auf das Onlineportal »Stupipedia« verspricht vielleicht Aufschluss.)

Hierauf folgte der im PARTEItagsprogramm angekündigte und lang erwartete Sturm aufs Bottroper Rathaus,


der auch hier geplante Schuhwurf wurde wegen Platzmangels dann aber kurzfristig auf den Abend vertagt. Statt dessen begab man sich gesammelt zum vereinbarten Tagungsort,


wo sich so manches PARTEI-Mitglied bei dezent gedämpftem Licht und allerlei Wahlen, Reden, Filmvorführungen und anderen unerhörten Vorgängen je nach Vermögen un- oder vorteilhaft hervortat.

Ständig umrahmt, wenn nicht gar umarmt von wohlformulierten programmatischen Aussagen


und unter wieder- und wieder- und wiederholten gegenseitigen Versicherungen, wie toll man sich findet, fand der BundesPARTEItag seinen Abschluss am nächsten Tag bei einer Teilnahme an der Kölner CSD-Parade.

Doch das ist eine andere Geschichte und soll wann anders erzählt werden. Und von jemand anders, ich war da nämlich nicht mit.